Vermont-Tagebuch 16.08.2019

Green Mountain Bluegrass & Roots

Das Gelände für das Bluegrass Festival liegt etwas ausserhalb von Manchester VT im schönen Hunter Park. Wir haben für Freitag ein Tagesticket gelöst und Manchester – das in Vermont meine ich – liegt nur eineinhalb Stunden von Hancock entfernt.

Manchester ist übrigens ein bezauberndes Städtchen mit sehr gepflegten und zum Teil noblen Häusern. Aufgrund eines nahen Marmorsteinbruchs sind im historischen Teil die Trottoirs mit Marmorplatten belegt.

Das Festival zählt wohl eher zu den kleineren Bluegrass Festivals, wird in diesem Jahr erst das zweite Mal durchgeführt. Und trotzdem ist es etwas grösser als die grösseren Festivals in der Schweiz. Es scheint uns gut organisiert zu sein, reichlich, gute und verschiedene Essensmöglichkeiten. Die Bands sind mir nicht alle bekannt und wie sich herausstellte eher dem neuzeitlichen Bluegrass zugewandt.

Das Titelblatt des Programmheftes

Und hier ein paar Eindrücke. Die Bilder habe ich mit meinem Handy aufgenommen, leider sind sie nicht allzu scharf. Ich hoffe, ihr erhaltet trotzdem einen Einblick.

Die Bühne von unserem Sitzplatz aus. (Foto Ru)
Lonesome Heartstring Band. (Foto Ru)
Blick ins Publikum – die Frau mit der Sonnebrille ist Michaela 😉 (Foto Ru)
Die Verpflegungsstände (Foto Ru)
Sam Bush (Foto Ru)

Die Chatham County Line haben uns beiden am besten gefallen. Auch ein Platzregen während ihres Auftritts tat der Stimmung keinen Abbruch.

Hier auch zwei Videos zum Anschauen
Impressionen begleitet von Rachel Baimen

Impressionen begleitet von Sam Bush

Vermont-Tagebuch 15.08.2019

Heute war das letzte Konzert in der Reihe „Summer ’19 Concerts on the Hancock Town Green“.

In diesem Pavillon treten die Musiker auf. (Foto Mi)

Gemäss dem aktuellen Stand des Mondes ist ein „Full-Moon-Concert by Coffeehouse Musicians“ angesagt. Das heisst im Klaretxt, dass lokale Musiker, ob beginnende oder fortgeschrittene Amateure mit ein bis zwei Liedern auftreten können.

Ich hatte die Ehre mit meinem Gastgeber Dick am Bass, seinem Schwager Vic an der Gitarre und Floyd am Banjo einen  Bluegrass-Song zu spielen. Dick und Vic konnte ich sogar dazu gewinnen, ein schweizerdeutsches Lied mit mir zu singen. Schaut selbst.

We’ll Meet Again Sweetheart

Gang rüef de Bruune

 

 

Vermont-Tagebuch 12. – 14.08.2019

Wir sind für ein paar Tage abgetaucht. Mussten unser Mietauto in Boston zurückbringen, ein neues in Empfang nehmen und haben die Gelegenheit benutzt, uns Boston genauer anzusehen.

Schon die Engländer haben sich vor x Jahren Boston mit dem Schiff genähert. Machen wir auch.

Mit der Ferry von Winthropü nach Boston (Foto Mi)

Unser Hotel liegt etwas ausserhalb von Boston in Winthrop. Von dort fährt eine Fähre in ca. 25 Minuten über das Meer nach Boston. Es ist eindrücklich, wenn man sich von dieser Seite der Grossstadt nähert und der Skyline immer näher kommt.

An diesem späteren Nachmittag  flanieren wir einfach ein bisschen durch die Strassen von Boston, trinken einen Kaffe und eine Coke, besuchen den Quincy Market, die Faneuil Hall, folgen den Spuren des Freedom Trails in den Stadtteil North End, speisen im Florentine Cafe und fahren dann mit Metro und Bus zurück zum Hotel, von wo wir einen wunderbaren Blick auf die nächtliche Skyline von Boston geniessen und den Tag abrunden.

Die Skyline vom Greenway aus. (Foto Mi)
Vor einem alten irischen Pub (Foto Mi)
In die Speisekarte vertieft (Foto Mi)
Strassenszene im North End
Nächtliche Skyline von unserem Hotel aus. (Foto Mi)

Jetzt sind wir wieder zurück in Hancock und arbeiten dann sukzessive den Blog auf. Allerdings sind wir morgen schon wieder den ganzen Tag unterwegs an das Green Mountain Bluegrass Festival in Manchester VT. Und heute 15.08. ist wieder Concert auf dem Hancock Town Green, wo ich ein bisschen mithelfe.

Vermont-Tagebuch 11.08.2019

Silver Lake

Wenn man sich am Silver Lake treffen möchte, muss man genau sein. In der Nähe – amerikanisch betrachtet natürlich – gibt es nämlich zwei Silver Lakes. Wie man uns erzählt hat, ist es schon passiert, dass sich die Freunde zur gleichen Zeit an verschiedenen Seen befanden.

Heute besuchen wir den Silver Lake bei Barnard. Es ist üblich, dass die Amis ein Naturgebiet an einer Stelle für die öffentlichen zugänglich machen und den Rest möglichst unberührt lassen. Dort richten sie dann einen kleinen State Park ein mit genügend Parkplätzen, Picknicktischen, Toiletten und  hier jetzt die Möglichkeit, Kayaks, Kanus oder „pedal boats“ zu mieten.

Ganze Familien lassen sich auf den grünen Wiesen nieder, breiten ihre Decke aus, schwimmen oder lassen ihre mitgebrachten Boote (keine Motorboote) ins Wasser oder picknicken miteinander. Es mutet schon fast südländisch an.

Wir machen einen kleinen Ausflug auf dem See mit einem Pedalo.

Die Wiese des State Parks aus der Ferne. (Foto Mi)
Schon ein richtiger Ami. (Foto Mi)
(Foto Ru)

Woodstock, VT

Über einen kleinen Abstecher erreichen wir Woodstock. Nein, nein, nicht das berühmte Woodstock von 1969. Sondern „one of the prettiest small towns in New England“. Und das Städtchen hat wirklich Charme und ist pitoresk. Die weiteren kleinen, schönen Städtchen findest du hier.

Wir kommen sicherlich nochmals hierher zurück. Man kann hier problemlos länger verweilen, sich an den Häusern und Pärklein und Brücken nicht satt sehen. Und für Fotografen ist Woodstock ein Paradies.
Vorerst könnt ihr hier einen Eindruck gewinnen: Woodstock Vermont

Fast Food in Vermont

Obwohl es natürlich in den grösseren Städten die Ableger der bekannten Fastfood-Ketten gibt, trifft man hier noch die Vorgänger dieser Ernährungskunst an. Übrigens, die grösste Stadt in Vermont ist Burlington mit ca.  42’000 Einwohner. Es gibt also nicht wirklich grosse Städte und damit nur wenige McDonalds und Burgerkings.

Einer der ursprünglichen „Fastfood Restaurants“ ist die „White Cottage Snack Bar“ ein bisschen ausserhalb von Woodstock. 

Von der Strassenseite. (Foto Internet)
Das Menu ist zwar ähnlich wie in einem McDonalds, nur dauert es etwas länger und ist geschmacklich nicht vergleichbar. (Foto Mi)
Eine grosse Klappe braucht es dennoch. (Foto Mi)
Gemütliche Kabäuschen (Foto Mi)

Vermont-Tagebuch 10.08.2019

It’s blueberry time, everywhere.

So gibts auch ganz in unserer Nähe eine Berry Farm, wo man auch selber Blueberries pflücken kann, ganz wie bei uns die Erdbeerfelder im Sommer.

Es gibt vier verschiedenen Sorten, die Jerseys, die Patriots und die anderen zwei habe ich vergessen. Man kann alle zuerst probieren bevor man pflückt. Wir haben uns eben für die Jerseys und Patriots entschieden.

Der Wegweiser auf der Route 100. Die Berry Farm liegt zwischen Hancock und Rochester.
Das Tor zur Farm, welche sehr idyllisch gelegen ist.
In diesem Häuschen kann man alle Sorten probieren und erhält dann das Kesselchen zum Pflücken.
Die Berry Police schaut, dass alles seine Ordnung hat 😉
Berry Picking

Have a Berry Nice Day – and enjoy the berries

http://vermontberries.com/

 

Vermont-Tagebuch 09.08.2019

Es scheint, dass doch noch viele Leute keine eigene Waschmaschine haben. Sie bringen die Wäsche in die Laundry, waschen und trocknen sie dort selber an grossen Maschinen. So auch wir. Die nächste Laundry liegt in Rochester. Eine Maschine voll kostet drei Dollars. Trocknen nochmals ein Dollar.

Eingang zur Laundry
Zuerst waschen ….
… dann trocknen
Während der Wartezeit kann man in Sandy’s Book und Bakery gleich nebenan etwas trinken, essen und in den unzähligen Büchern schmökern.

Man bestellt sich ein Bagel-Sandwich, etwas Süsses mit einem Kaffee oder einem Tee.
und setzt sich gemütliich in eine Ecke
Bücher hats genug

Vermont-Tagebuch 08.08.2019

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich in den USA die Distanzen relativieren. Strecken, die ich in der Schweiz erst nach reiflicher Überlegung fahren würde, nehme ich hier gelassen unter die Räder.

In Hancock gibts einen kleinen Country Store, frische Pizzas zwar, Brot in zwei Sorten aufgeschnitten und abgepackt in Plastiktüten und ein kleines Restaurant. Beides in Laufdistanz.

Rochester, das nächste Dorf, liegt bereits über 6 km weg. Am Freitagnachmittag gibt’s hier einen kleinen Farmer’s Market, einen Supermarket, der schon recht gut soriert ist, eine Laundry (Waschsalon), den Bookstore mit Café und einem weitere Café. Um da hinzufahren braucht es keine Sekunde der Überlegung.

Middlebury, eine Kleinstadt, ca. eine halbe Stunde weg, also so weit wie von Solothurn nach Bern. Hier gibt’s schon grössere Supermarkets, es gibt auch einen Natural Foods Coop mit einem Angebot an biologischen und natürlichen Produkte, das den grössten Alnatura in der Schweiz übertrifft. Allerdings ist das Preisniveau auch etwa so wie in der Schweiz. Nach Middlebury fährt man etwa zweimal die Woche. Halbe Stunde Fahrzeit, kein Problem, zumal die Strasse durch die Green Mountains führt, mit wirklich schöner Landschaft.

Da das Wetter heute eher regnerisch und bedeckt ist, beschliessen wir, mal in eine „richtige“ Stadt zu fahren: Rutland, gut eine Stunde weg und von der Einwohnerzahl etwa so gross wie Solothurn. Hier gibts nun auch ein Warenhaus wie zum Beispiel Walmart. Es gibt sogar ein Theather, hat aber nur einmal im Monat eine Vorstellung. Und „endlich“ sind auch etliche Fastfood-Ketten vertreten. Diese sind in Vermont, was wir bis jetzt gesehen habe, sehr dünn gesät. Wir kaufen ein, was wir in Hancock, Rochester, Midllebury nicht gefunden haben. Also stellt euch vor, ihr müsstet um im Manor einzukaufen, eine Stunde Autofahren. Also von Zürich nach Solothurn 😉 Wie oft würdet ihr das machen?

Aufuf dem Rückweg besichtigen wir die „Marble Bridge“, eine Brücke aus Marmor. Dieser wurde lange Zeit in der Umgebung von Rutland abgebaut. Das Marmor-Museum lassen wir links liegen, soll aber auch völlig uninteressant sein.

Marble Bridge in Proctor

Ein altes verfallenes Schloss in der Nähe gilt auch noch als Sehenswürdigkeit. Wir haben jedoch nicht den Eindruck, dass es hier wirklich etwas Sehenswertes gibt. Nach einem kurzen Stop fahren wir weiter.

Wilson Castle bei Proctor

In Hancock finden Sommerkonzerte statt, einmal die Woche. Heute spielt Greg Ryan mit seiner Band. In der Regel sind es lokale Musiker aus dem Tal. Auf einer grüne Wiese steht ein kleiner Pavillon, hier spielt die Band. Die Besucher bringen ihre Campingstühle und ihr Picknick mit. Die freiwillige Feuerwehr verkauft Hotdogs. Das Konzert dauert von 18.30 bis 20.30 Uhr. Die Musiker haben den Plausch am Konzert, haben sie doch noch nie in dieser Formation öffentlich gespielt, die Besucher geniessen ihr Picknick und die Musik. Total friedlich. Dick und Dorothy, unsere Gastgeber organisieren diese Konzertreihe. Nächsten Donnerstag ist das letzte Konzert der Reihe, ein Full Moon Coffehouse Concert mit diversen Amateurmusikern aus Hancock und Umgebung. Das wird sicherlich wieder ein Erlebnis. Leider haben wir auch diesmal die Handys zum Fotografieren vergessen. Wir bessern uns, versprochen.

Vermont-Tagebuch 07.08.2019

Texas Falls

Die Texas Falls liegen nicht etwa in Texas, sonder ca. eine Viertelstunde von Hancock entfernt
In den USA sind schon kleine Wasserfälle etwas Spektuläres. Wenn ich da an die Niagara Falls denke.
Schön sind sie trotzdem
Und machen Spass
ein seltenes Selfie 😉

Eindrücke der ersten Woche

Nach einem etwas holprigen Start sind wir gut in Hancock angekommen. Auf unseren Koffer mussten wir 6 Tage warten.  Doch nun ist er angekommen und die Warterei und Unsicherheit über einen evtl. bevorstehenden Totalverlust des Koffers ist nun Vergangenheit.  Unsere Wohnung ist gemütlich, aber klein. Von 150 qm auf 50 qm reduziert ist unser Improvisationstalent gefragt. Eine kleine Herausforderung stellt unser gemeinsames Bett dar, mit 1.40 m Breite und einer durchgehenden Decke. Bei so viel plötzlicher Nähe fühlen wir uns etwas zwangsbeglückt, schätzen wir doch beide unseren Freiraum. Doch was wäre das Reisen ohne Herausforderungen.

Rudolf hat sich vorgenommen, das Kochen zu übernehmen. Mit nur einer Herdplatte eine weitere Herausforderung. Es gibt natürlich eine schicke Mikrowelle -wäre ja auch untypisch, wenn nicht- mit Schnickschnack, den ich nicht kenne. Für mich ist eine Mikrowelle etwas zum Auftauen. Weit gefehlt anscheinend. Es beruhigt mich etwas, denn die Vorstellung, drei Monate lang Eintopfgerichte essen zu müssen, hält die Freude darüber in Grenzen.

Der Empfang bei unseren Vermietern, Dorothy und Dick, war überaus freundlich. Sie nahmen uns nachmittags gleich mit in das kleine Nachbardorf Rochester und die Überquerung des ca. 100 m langen Marktes nahm eine gute Stunde ein. Überall wurden wir vorgestellt und von Allen herzlich willkommen geheissen. Auf mich wirkte das wie die ersten Sonnenstrahlen eines warmen Frühlingtages, gepaart mit fröhlichem Vogelgezwitscher nach einem langen, kalten Winter.

Insgesamt war ich fünf  Mal in den USA und ich bin einmal mehr überrascht, wie sich Wahrnehmungen verändern und damit verbundene Urteile. Ich empfand die USA stets als gourmetfreie und Fast Food lastige Zone. Zudem einem kollektiven Massenbewusstsein unterworfen, dass kaum Individualität zulässt. Nun wurde ich eines Besseren belehrt. Denn es wimmelt hier nur so von Organic Food, freilaufenden, glücklichen Hühnern und alternativ gekleideten Menschen. In Middelbury gibt es sogar einen „Organic Supermarket“ mit einer wirklich umwerfenden Auswahl an gesunden, biologischen Lebensmitteln. In der Bakery-Abteilung finde ich sogar ein Regal mit „European Bakery“.  Was also wollen wir noch mehr. Vermont scheint eine echte Perle in den USA zu sein. Ich selbst sehe mich einmal mehr aufgefordert, meine Urteile einfach nur als Urteile zu erkennen und sie nicht zur Wahrheit zu deklarieren.

Vermont-Tagebuch 06.08.2019

Im Westen nichts Neues, könnte man fast sagen. Mia erholt sich langsam.

Den Koffer haben sie offenbar gefunden. Jetzt muss er nur noch den Weg nach Hancock finden. Das kann nochmals dauern. In der Wohnung haben wir uns gut eingerichtet und fühlen uns recht wohl, obwohl es ziemlich klein und sehr einfach eingerichtet ist.

Ich nutze die Zeit, um über Vermont zu recherchieren und mir eine Liste zu erstellen, was wir alles machen können und wollen. Ich weiss nicht, ob drei Monate reichen. 😉