Vermont-Tagebuch 05.09.2019

Von Trapp Garden

www.vontrappgreenhouse.com

Wer kennt die Geschichte der Trapp-Familie? Ich muss zugeben, dass sie mir bis anhin nicht wirklich bekannt war. Offenbar habe ich hier eine Kulturlücke. Erst als ich hier in Vermont an vielen Orten auf den Namen Trapp gestossen bin und Michaela mit einer Freundin den Von Trapp-Garten besichtigte, habe ich die Geschichte mal nachgelesen, auf Wikipedia natürlich. Geschichte der Trapp-Familie

Nach ihren zahlreichen Auftritten in Amerika, hat sich die Von Trapp Family in Stowe, im Norden von Vermont niedergelassen und dort ein Anwesen als Hotel eröffnet. 1980 hat ein Feuer das Hotel zerstört und es wurde in der heutigen Form als Trapp Family Lodge wieder aufgebaut.

Weiter südlich und mehr in der Nähe von uns gibt es den Von Trapp Garden. Michaela hat den Garten mit einer Freundin besucht.

Becky, eine sympathische neue Bekanntschaft
Der Garten ist wunderbar angelegt
Mit Wiesen, kleinen Teichen, Schattenplätzchen …
… und vielen Blumen
… und anderen Pflanzen

Vermont-Tagebuch 04.09.2019

Bristol

Auf einer kleinen Rundfahrt besuchen wir das Dörfchen/Städtchen Bristol. Klein ist natürlich relativ. Der Weg führte uns zuerst über eine weite Strecke durch Niemandsland, sprich Wald-Wald-Wald. Nach einer Weile sieht das immer ähnlich aus, aber ich liebe es trotzdem.

Der Weg führt uns zu einem kleinen, typischen Städtchen names Bristol.
Hier ein paar Eindrücke.

Wettervorhersage nach Vermont. Man beachte den hängenden Stein. Ein ähnliches Schild habe ich auch schon mal in der Schweiz gesehen.
Manchmal fühlen wir uns schon wie in einem Film, manchmal sogar wie in einem alten Western.
Fassadendekoration

Jedes Städtchen, jedes Dörfchen und sei es noch so klein, hat ein Denkmal für seine gefallenen Soldaten. Weltkrieg Nr. I, Weltkrieg Nr. II, Korea, Vietnam, Afghanistan, Desert Storm in Israel und vielleicht noch ein paar andere.
Und das alles für den Frieden? Man muss Krieg führen, um Frieden zu haben? Es sind dann meistens auch alle Namen der gefallenen Soldaten dieses Dorfes aufgelistet. Das sind alles Männer, welche in diesem Dorf Freunde, Bekannte, Familien hatten. Und was ist der Sinn? Jedes Mal, wenn ich vor so einem Denkmal stehe, erscheint es mir unbegreiflich.
Die Schilder der Ladenlokale sind immer eine Augenweide.
Dorfkulisse
Sidewalk
Ein Bild einer Landschaft in Vermont an einer Häuserwand in einer Seitenstrasse

Vermont-Tagebuch 01.09.2019

New World Festival

www.newworldfestival.com

Dieses Festival widmet sich ganz dem keltischen und franco-kanadischen musikalischen Vermächtnis. Auf fünf Bühnen treten Musikerinnen und Musiker aus Kanada, New England, Irland und Scottland auf.

Zu Beginn tönen auch für mich alle Stücke gleich. So muss es jemandem gehen, der das erste Mal Bluegrass hört. Mit der Zeit erkenne ich jedoch die unterschiedlichen Melodien und ich kann die Auftritte besser geniessen.

Die Main Street von Randolph ist gesperrt für die Zuschauer und die verschiedenen Ess- und Marktstände.
Eine Bühne ist im Chandler Center for the Arts. Am 20. September werden hier Darlingside spielen.
Eine weitere Bühne befand sich in der Bethany Curch, ein gelungern Ort für Konzerte.

Und diese Artisten traten auf: Performers

Es ist erstaunlich viel los in diesem kleinen Staat Vermont. 😉

Vermont-Tagebuch 30.08.2019

Bread & Puppet Theater

breadandpuppet.org

Das Bread & Puppet Theater machte Station in Rochester. Um 6 pm begann die Vorführung. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartete. Im Garten hinter zwei Häusern war eine kleine Zirkusarena abgesteckt. Die Zuschauer sassen auf ihren mitgebrachten Wolldecken oder Stühlen, breiteten ihr Picknick aus und unterhielten sich angeregt. Wie Dick uns informierte, sei das Theater informell, politisch – was immer das auch hiess.

Eine kleine Band mit zwei Saxophonisten und einem Schlagzeuger boten die musikalische Untermalung.

Leider haben wir nicht alles verstanden, aber das Theater war grossartig, schräg, einzigartig, einfach und doch berührend und vor allem war es so was von politisch kritisch, wir hätten das nie erwartet. Kein Thema blieb ungeschoren, die Mexikaner, die an der Grenze von den U.S. Behören abgeschoben werden, Familien, die dabei auseinander gerissen werden, die Transgender, die in der Gesellschaft keinen Platz finden, die Absicht, die Gesetze zur Abtreibung zu verschärfen, die Konsumhaltung der Gesellschaft, die Vorurteile der amerikanischen Justiz gegenüber schwangeren Frauen, Minderheiten, und ich wenn ich alles verstanden hätte, könnte ich noch mehr aufzählen.

Die Schauspielerinnen/Artisten verstanden es, mit einfachsten Mitteln und Requisiten, die Botschaften zu transportieren. Leute erzählten uns, dass dieses Theater nicht allen Bundesstaaten auftreten könne. Kann ich mir gut vorstellen. Sie spielen hauptsächlich im Nordosten des Landes.

Vermont-Tagebuch 29.08.2019

Montpelier

the official website of Montpelier

Montpelier ist die Hauptstadt des Staates Vermont. Und mit ca. 8’000 Einwohner die kleinste Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Wie man Montpelier auf amerikanisch-englisch ausspricht, kann ich hier gar nicht wiedergeben. Auf alle Fälle erkennt man es fast nicht mehr. Entsprechend der Grösse bzw. Kleine der Stadt gibt es auch nicht viel zu sehen.

Im State House erfahren wir bei einer Führung aber doch einiges Interessantes, zum Beispiel dass Madeleine Kunin, eine Auswanderin aus der Schweiz, die erste weibliche Gouverneurin von Vermont war und unter Präsident Clinton dann auch U.S. Ambassadorin in der Schweiz.
Vermont ist seit ca. 1950 mehrheitlich demokratisch. Angenehm.

State House
Dreimal wurde das State House gebaut.
Hier tagt der Senat von Vermont.
Und hier die Repräsentanten.

Maple Syrup – Morse Farm

„Vermont is the nation’s leading producer of maple syrup. Producing nearly 2 million gallons of syrup in 2017, Vermont generates 47 percent of the country’s maple syrup. … Maple syrup is all-natural and made by a very simple process.“ Quelle Internet

Auf der Morse Farm kann man mitbekommen, wie der Maple Syrup hergestellt wird. So „very simple“ finde ich den Prozess jetzt auch wieder nicht. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Ahornsirup im Frühling nur während ein paar Wochen „geerntet“ werden kann und in dieser Zeit oft noch viel Schnee oder zumindest kniehoher Matsch liegt.

Um 2 Millionen Gallonen Ahornsiruip herzustellen braucht es also 80 Millionen Gallonen Ahornsaft!
Auf einem kurzen Maple Trail erhalten wir einen kleinen Einblick.
Die Bäume werden angezapft und der Saft über dünne Leitungen an einem Ort gesammelt. Früher hatte man bei jedem Baum einen Kübel angehängt und dann die Kübel eingesammelt.
Das Leitungssystem.
Je nach Erntezeit wird der Ahornsirup heller oder dunkler.
Natürlich darf ein Gift Shop auch nicht fehlen.

Whispering Statue

In Barre, einer Stadt ganz in der Nähe von Montpelier erleben wir bei einer Statue ein interessantes Phänomen.

Die Statue in Barre.

Die Statue ist in einem Halbrund umgeben von einer Bank aus Granit. Sieht man gut im Hintergrund. Wenn eine Person an einem Ende der Bank etwas flüstert, kann die andere Person am anderen Ende des Bankes dies deutlich und klar hören. Die Personen können sich nicht sehen, denn sie sind durch die Statue verdeckt. Obwohl noch dichter Verkehr an diesem Platz herrschte, konnten wir unsere Stimmen klar hören. Erstaunlich. Jemand kann dieses Phänomen vielleicht physikalisch erklären.

 

 

Vermont-Tagebuch 28.08.2019

Kayak

Der Lake Dunmore liegt nur eine halbe Stunde von Hancock entfernt. Hier haben sich etliche Amerikaner ein Ferienhäuschen gebaut. Trotzdem sieht man vom See aus nur wenige Häuser, da viele meistens in den Wald gebaut werden. So wirkt der See unberührter als er ist. Auch auf dem Wasser trifft man nur wenig Boote.

Am Westufer wurde ein kleiner State Park errichtet. Hier kann man campen, baden, picknicken und eben auch Boote mieten, Kanus, Kayaks und Pedal0s (pedal boats). Heute versuchen wir es mit den Kayaks. Der State Park ist fast menschenleer, das Wasser ruhig, ideal für die ersten Gehversuche.

Die Kayaks sind parat. (Fotot Ru)
Der Einstieg ist gar nicht so einfach (Foto Ru)
Sieht doch gar nicht so schlecht aus (Foto Mi)
Auf und davon Foto Ru)

Das ging ganz gut, niemand ist reingefallen. Doch ist es auch anstrengend, wenn man nicht die richtige Kayakgrösse hat. Das Sitzen fährt einem in den Rücken. Man braucht wirklich eine angepasste Sitzschale. Also kommt für uns eher Kanu in Frage.

Am Nachmittag arbeite ich für die OdA AM und am Abend testen wir das einzige Restaurant in Hancock. Draussen steht eine Tafel „Good Food here“, trotzdem wird es wohl nicht zu unserem Lieblingsrestaurant.

Vermont-Tagebuch 27.08.2019

Vermont, der Staat der grünen Berge, green mountains. Da kann man sich gar nicht vorstellen, dass das nicht immer so war. Die ersten Siedler in Vermont waren Farmer und brauchten Land für ihre Schafe. Also wurden kurzerhand die Wälder abgeholzt und Waideland daraus gemacht. Grad ähnlich wie heutzutage in Brasilien. Um 1840 kamen auf einen Einwohner 6 Schafe.  Als das Halten von Schafen nicht mehr so ertragreich war, wurde das Land für Minen gebraucht, nicht Silber oder Gold, aber Stein: Marmor, Granit, Schiefer und andere. Später entdeckte man doch noch ein Metall: Kupfer. Offenbar hatte man immer noch zu viele Bäume. Das Holz wurde gebraucht, um die Öfen zu heizen und das Erz zu schmelzen. Weitere Bäumer wurden gefällt und das Holz weiter transportiert und exportiert. Zum Schluss bestand Vermont nur noch aus 30% Wald. Die Hügel und Täler waren kahl. Erosion und Überschwemmungen waren die Folge. Siehe auch hier.

Ein Mann, der diese Folgen schon frühzeitig erkannt hatte, war George Perkins Marsh. Sein Vater war Viehzüchter und hatte eine Farm in der Nähe von Woodstock. Marsh sah die katastrophalen Folgen kommen, nicht nur in Vermont, auch zum Teil in Europa. Er schrieb ein Buch „Man and Nature“, das 1864 erstmals veröffentlicht wurde. Der Untertitel lautete: Physical Geography as Modified by Human Action. Damit sind wir bei einem Thema, das heute nicht aktueller sein könnte.

Ein anderer Mann, der die Situation gleich einschätzte, aber etwas später lebte, war Frederick H. Billings. Der Zufall wollte es, dass Billings die Farm und das ganze Land darumherum von Marsh abkaufte und begann, die Ideen und Konzepte von „Man and Nature“ umzusetzen. Er pflanzte hunderttausende von Bäumen und begann die Wälder von Vermont wieder aufzuforsten. Als Billings 1890 starb, führten seine Frau und seine Töchter seine Ideen weiter um. Seine Enkelin Mary heiratete Laurence Rockefeller und übernahm Haus und Farm.

Rockefeller war neben Geschäftsmann, Financier auch ein engagierter Naturschützer. Er setzte sich mit seiner Frau sehr dafür ein, dass die Naturschönheiten von Amerika erhalten blieben und „National Parks“ und „National Forests“ gegründet wurden.

Wieso erzähle ich das alles? Laurence Rockefeller vermachte nach dem Tode seiner Frau Mary das ganze Anwesen dem Staat. Heute kann man die spannende Geschichte dieser drei Männer und Frauen in der Billings Farm und im Marsh-Billings-Rockefeller National Historic Forest und dem Wohnhaus besichtigen. In einem Film „A Place  In The Land“ wird die Geschichte bildhaft dargestellt. Auf Youtube kann man ihn ansehen:
A Place In The Land

Eindrücke aus dem Museum und Wohnhaus:

(Foto Mi)
(Foto Mi)
Das muss man bringen. (Foto Mi)

The Mansion. (Foto Mi)
Das Haus liegt in einem prachtvollen Garten. (Foto Mi)
In der Bibliothek. Unser Guide Daniel. (Foto Mi)

 

Eines von ca. 5 Schlafzimmern. (Foto Mi)