Vermont-Tagebuch 07.09.2019

Harvest Fair

Am nächsten Tag treffen wir uns 8.30 pm und stellen den Rest auf : Stühle und Tische, Bühne einrichten, Zelte aufstellen
Den ganzen Nachmittag wird Musik gespielt. Hier die Schluss-Jam-Session
Die Farmer und Markthändler haben ihre Stände auch aufgestellt
Es wird allerlei verkauft, Essen, Farm-Produkte, Antiquitäten, Mini-Solar-Panels und vieles mehr
Man trifft sich: How are you doing? Man schwatzt mit jedem und allen
Im Pavillion findet eine kleine Blumenausstellung (Flower Show) von Sträussen, welche vermutlich vorwiegend Frauen zusammengesteckt haben, statt
Zum Schluss lauschen nur noch wenige Zuhörer auf Heuballen der Musik
Das war die Harvest Fair 2019. „Did you mark the date in your calendar for next year?“ fragte mich ein andere Volunteer beim Abbrechen und Aufräumen

Vermont-Tagebuch 06.09.2019

Harvest Fair – Vorbereitung

Im Städtchen Rochester südlich von Hancock findet morgen, am 7. September die Harvest Fair statt. Das haben wir zuhause in der Schweiz schon über das Internet herausgefunden und beschlossen, dass wir dieses lokale Ereignis nicht verpassen wollten. Nun gehören unsere Gastgeber Dick & Dorothy als treibende Kraft hinter der Theatergruppe, the White River Valley Players, auch zu den Initiatoren und Organisatoren dieser Fair. Für mich eine tolle Gelegenheit, in das Community-Leben einzutauchen. Ich melde mich als freiwilligen Helfer, als Volunteer. Also bauen wir heute die Fair auf.

Die Eingangsflagge hängt schon mal.
Das Town Green von Rochester ist noch frei und unbebaut
In einem Schopf werden die Untensilien aufbewahrt. Ginny vom OK reicht das Material herunter.
Sue und Vic (und ich) nehmen das Material entgegen und tragen es auf das Town Green.
Die Fahnenstangen werden zusammengesetzt
Dick ist der Architekt und zieht mit einem ausgeklügelten System zwei Kreise für das Einsetzen der Fahnenstangen um das Memorial
Eisenstangen werden in den Boden gerammt …
… und Vic stülpt die Fahnenstangen darüber
Zum Schluss stehen die Stangen im Kreis um das Memorial

Vermont-Tagebuch 05.09.2019

Von Trapp Garden

www.vontrappgreenhouse.com

Wer kennt die Geschichte der Trapp-Familie? Ich muss zugeben, dass sie mir bis anhin nicht wirklich bekannt war. Offenbar habe ich hier eine Kulturlücke. Erst als ich hier in Vermont an vielen Orten auf den Namen Trapp gestossen bin und Michaela mit einer Freundin den Von Trapp-Garten besichtigte, habe ich die Geschichte mal nachgelesen, auf Wikipedia natürlich. Geschichte der Trapp-Familie

Nach ihren zahlreichen Auftritten in Amerika, hat sich die Von Trapp Family in Stowe, im Norden von Vermont niedergelassen und dort ein Anwesen als Hotel eröffnet. 1980 hat ein Feuer das Hotel zerstört und es wurde in der heutigen Form als Trapp Family Lodge wieder aufgebaut.

Weiter südlich und mehr in der Nähe von uns gibt es den Von Trapp Garden. Michaela hat den Garten mit einer Freundin besucht.

Becky, eine sympathische neue Bekanntschaft
Der Garten ist wunderbar angelegt
Mit Wiesen, kleinen Teichen, Schattenplätzchen …
… und vielen Blumen
… und anderen Pflanzen

Vermont-Tagebuch 04.09.2019

Bristol

Auf einer kleinen Rundfahrt besuchen wir das Dörfchen/Städtchen Bristol. Klein ist natürlich relativ. Der Weg führte uns zuerst über eine weite Strecke durch Niemandsland, sprich Wald-Wald-Wald. Nach einer Weile sieht das immer ähnlich aus, aber ich liebe es trotzdem.

Der Weg führt uns zu einem kleinen, typischen Städtchen names Bristol.
Hier ein paar Eindrücke.

Wettervorhersage nach Vermont. Man beachte den hängenden Stein. Ein ähnliches Schild habe ich auch schon mal in der Schweiz gesehen.
Manchmal fühlen wir uns schon wie in einem Film, manchmal sogar wie in einem alten Western.
Fassadendekoration

Jedes Städtchen, jedes Dörfchen und sei es noch so klein, hat ein Denkmal für seine gefallenen Soldaten. Weltkrieg Nr. I, Weltkrieg Nr. II, Korea, Vietnam, Afghanistan, Desert Storm in Israel und vielleicht noch ein paar andere.
Und das alles für den Frieden? Man muss Krieg führen, um Frieden zu haben? Es sind dann meistens auch alle Namen der gefallenen Soldaten dieses Dorfes aufgelistet. Das sind alles Männer, welche in diesem Dorf Freunde, Bekannte, Familien hatten. Und was ist der Sinn? Jedes Mal, wenn ich vor so einem Denkmal stehe, erscheint es mir unbegreiflich.
Die Schilder der Ladenlokale sind immer eine Augenweide.
Dorfkulisse
Sidewalk
Ein Bild einer Landschaft in Vermont an einer Häuserwand in einer Seitenstrasse

Vermont-Tagebuch 01.09.2019

New World Festival

www.newworldfestival.com

Dieses Festival widmet sich ganz dem keltischen und franco-kanadischen musikalischen Vermächtnis. Auf fünf Bühnen treten Musikerinnen und Musiker aus Kanada, New England, Irland und Scottland auf.

Zu Beginn tönen auch für mich alle Stücke gleich. So muss es jemandem gehen, der das erste Mal Bluegrass hört. Mit der Zeit erkenne ich jedoch die unterschiedlichen Melodien und ich kann die Auftritte besser geniessen.

Die Main Street von Randolph ist gesperrt für die Zuschauer und die verschiedenen Ess- und Marktstände.
Eine Bühne ist im Chandler Center for the Arts. Am 20. September werden hier Darlingside spielen.
Eine weitere Bühne befand sich in der Bethany Curch, ein gelungern Ort für Konzerte.

Und diese Artisten traten auf: Performers

Es ist erstaunlich viel los in diesem kleinen Staat Vermont. 😉

Vermont-Tagebuch 30.08.2019

Bread & Puppet Theater

breadandpuppet.org

Das Bread & Puppet Theater machte Station in Rochester. Um 6 pm begann die Vorführung. Wir hatten keine Ahnung was uns erwartete. Im Garten hinter zwei Häusern war eine kleine Zirkusarena abgesteckt. Die Zuschauer sassen auf ihren mitgebrachten Wolldecken oder Stühlen, breiteten ihr Picknick aus und unterhielten sich angeregt. Wie Dick uns informierte, sei das Theater informell, politisch – was immer das auch hiess.

Eine kleine Band mit zwei Saxophonisten und einem Schlagzeuger boten die musikalische Untermalung.

Leider haben wir nicht alles verstanden, aber das Theater war grossartig, schräg, einzigartig, einfach und doch berührend und vor allem war es so was von politisch kritisch, wir hätten das nie erwartet. Kein Thema blieb ungeschoren, die Mexikaner, die an der Grenze von den U.S. Behören abgeschoben werden, Familien, die dabei auseinander gerissen werden, die Transgender, die in der Gesellschaft keinen Platz finden, die Absicht, die Gesetze zur Abtreibung zu verschärfen, die Konsumhaltung der Gesellschaft, die Vorurteile der amerikanischen Justiz gegenüber schwangeren Frauen, Minderheiten, und ich wenn ich alles verstanden hätte, könnte ich noch mehr aufzählen.

Die Schauspielerinnen/Artisten verstanden es, mit einfachsten Mitteln und Requisiten, die Botschaften zu transportieren. Leute erzählten uns, dass dieses Theater nicht allen Bundesstaaten auftreten könne. Kann ich mir gut vorstellen. Sie spielen hauptsächlich im Nordosten des Landes.

Vermont-Tagebuch 29.08.2019

Montpelier

the official website of Montpelier

Montpelier ist die Hauptstadt des Staates Vermont. Und mit ca. 8’000 Einwohner die kleinste Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Wie man Montpelier auf amerikanisch-englisch ausspricht, kann ich hier gar nicht wiedergeben. Auf alle Fälle erkennt man es fast nicht mehr. Entsprechend der Grösse bzw. Kleine der Stadt gibt es auch nicht viel zu sehen.

Im State House erfahren wir bei einer Führung aber doch einiges Interessantes, zum Beispiel dass Madeleine Kunin, eine Auswanderin aus der Schweiz, die erste weibliche Gouverneurin von Vermont war und unter Präsident Clinton dann auch U.S. Ambassadorin in der Schweiz.
Vermont ist seit ca. 1950 mehrheitlich demokratisch. Angenehm.

State House
Dreimal wurde das State House gebaut.
Hier tagt der Senat von Vermont.
Und hier die Repräsentanten.

Maple Syrup – Morse Farm

„Vermont is the nation’s leading producer of maple syrup. Producing nearly 2 million gallons of syrup in 2017, Vermont generates 47 percent of the country’s maple syrup. … Maple syrup is all-natural and made by a very simple process.“ Quelle Internet

Auf der Morse Farm kann man mitbekommen, wie der Maple Syrup hergestellt wird. So „very simple“ finde ich den Prozess jetzt auch wieder nicht. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Ahornsirup im Frühling nur während ein paar Wochen „geerntet“ werden kann und in dieser Zeit oft noch viel Schnee oder zumindest kniehoher Matsch liegt.

Um 2 Millionen Gallonen Ahornsiruip herzustellen braucht es also 80 Millionen Gallonen Ahornsaft!
Auf einem kurzen Maple Trail erhalten wir einen kleinen Einblick.
Die Bäume werden angezapft und der Saft über dünne Leitungen an einem Ort gesammelt. Früher hatte man bei jedem Baum einen Kübel angehängt und dann die Kübel eingesammelt.
Das Leitungssystem.
Je nach Erntezeit wird der Ahornsirup heller oder dunkler.
Natürlich darf ein Gift Shop auch nicht fehlen.

Whispering Statue

In Barre, einer Stadt ganz in der Nähe von Montpelier erleben wir bei einer Statue ein interessantes Phänomen.

Die Statue in Barre.

Die Statue ist in einem Halbrund umgeben von einer Bank aus Granit. Sieht man gut im Hintergrund. Wenn eine Person an einem Ende der Bank etwas flüstert, kann die andere Person am anderen Ende des Bankes dies deutlich und klar hören. Die Personen können sich nicht sehen, denn sie sind durch die Statue verdeckt. Obwohl noch dichter Verkehr an diesem Platz herrschte, konnten wir unsere Stimmen klar hören. Erstaunlich. Jemand kann dieses Phänomen vielleicht physikalisch erklären.