Der Lake Dunmore liegt nur eine halbe Stunde von Hancock entfernt. Hier haben sich etliche Amerikaner ein Ferienhäuschen gebaut. Trotzdem sieht man vom See aus nur wenige Häuser, da viele meistens in den Wald gebaut werden. So wirkt der See unberührter als er ist. Auch auf dem Wasser trifft man nur wenig Boote.
Am Westufer wurde ein kleiner State Park errichtet. Hier kann man campen, baden, picknicken und eben auch Boote mieten, Kanus, Kayaks und Pedal0s (pedal boats). Heute versuchen wir es mit den Kayaks. Der State Park ist fast menschenleer, das Wasser ruhig, ideal für die ersten Gehversuche.
Die Kayaks sind parat. (Fotot Ru)Der Einstieg ist gar nicht so einfach (Foto Ru)Sieht doch gar nicht so schlecht aus (Foto Mi)Auf und davon Foto Ru)
Das ging ganz gut, niemand ist reingefallen. Doch ist es auch anstrengend, wenn man nicht die richtige Kayakgrösse hat. Das Sitzen fährt einem in den Rücken. Man braucht wirklich eine angepasste Sitzschale. Also kommt für uns eher Kanu in Frage.
Am Nachmittag arbeite ich für die OdA AM und am Abend testen wir das einzige Restaurant in Hancock. Draussen steht eine Tafel „Good Food here“, trotzdem wird es wohl nicht zu unserem Lieblingsrestaurant.
Vermont, der Staat der grünen Berge, green mountains. Da kann man sich gar nicht vorstellen, dass das nicht immer so war. Die ersten Siedler in Vermont waren Farmer und brauchten Land für ihre Schafe. Also wurden kurzerhand die Wälder abgeholzt und Waideland daraus gemacht. Grad ähnlich wie heutzutage in Brasilien. Um 1840 kamen auf einen Einwohner 6 Schafe. Als das Halten von Schafen nicht mehr so ertragreich war, wurde das Land für Minen gebraucht, nicht Silber oder Gold, aber Stein: Marmor, Granit, Schiefer und andere. Später entdeckte man doch noch ein Metall: Kupfer. Offenbar hatte man immer noch zu viele Bäume. Das Holz wurde gebraucht, um die Öfen zu heizen und das Erz zu schmelzen. Weitere Bäumer wurden gefällt und das Holz weiter transportiert und exportiert. Zum Schluss bestand Vermont nur noch aus 30% Wald. Die Hügel und Täler waren kahl. Erosion und Überschwemmungen waren die Folge. Siehe auch hier.
Ein Mann, der diese Folgen schon frühzeitig erkannt hatte, war George Perkins Marsh. Sein Vater war Viehzüchter und hatte eine Farm in der Nähe von Woodstock. Marsh sah die katastrophalen Folgen kommen, nicht nur in Vermont, auch zum Teil in Europa. Er schrieb ein Buch „Man and Nature“, das 1864 erstmals veröffentlicht wurde. Der Untertitel lautete: Physical Geography as Modified by Human Action. Damit sind wir bei einem Thema, das heute nicht aktueller sein könnte.
Ein anderer Mann, der die Situation gleich einschätzte, aber etwas später lebte, war Frederick H. Billings. Der Zufall wollte es, dass Billings die Farm und das ganze Land darumherum von Marsh abkaufte und begann, die Ideen und Konzepte von „Man and Nature“ umzusetzen. Er pflanzte hunderttausende von Bäumen und begann die Wälder von Vermont wieder aufzuforsten. Als Billings 1890 starb, führten seine Frau und seine Töchter seine Ideen weiter um. Seine Enkelin Mary heiratete Laurence Rockefeller und übernahm Haus und Farm.
Rockefeller war neben Geschäftsmann, Financier auch ein engagierter Naturschützer. Er setzte sich mit seiner Frau sehr dafür ein, dass die Naturschönheiten von Amerika erhalten blieben und „National Parks“ und „National Forests“ gegründet wurden.
Wieso erzähle ich das alles? Laurence Rockefeller vermachte nach dem Tode seiner Frau Mary das ganze Anwesen dem Staat. Heute kann man die spannende Geschichte dieser drei Männer und Frauen in der Billings Farm und im Marsh-Billings-Rockefeller National Historic Forest und dem Wohnhaus besichtigen. In einem Film „A Place In The Land“ wird die Geschichte bildhaft dargestellt. Auf Youtube kann man ihn ansehen: A Place In The Land
Eindrücke aus dem Museum und Wohnhaus:
(Foto Mi)(Foto Mi)Das muss man bringen. (Foto Mi)
The Mansion. (Foto Mi)Das Haus liegt in einem prachtvollen Garten. (Foto Mi)In der Bibliothek. Unser Guide Daniel. (Foto Mi)
Ich habe die State Parks und State Forests in Vermont nicht gezählt. Es gibt einige. Auf der Webseite vtstateparks.com findet man alle. Häufig liegen die State Parks an einem See oder in einem grösseren unberührten Naturgebiet. Sie bieten camping, swimming, hiking, picknicking, boating und einiges mehr.
Der Branbury State Park liegt ganz in unserer Nähe, ca. 35 Minuten mit dem Auto, am Lake Dunmore. Hier vermieten sie auch Kanus und Kayaks. Und heute machen wir wieder mal einen Paddelversuch mit dem Kanu. Alles geht gut, niemand fällt ins Wasser. Es hat schon etwas Beruhigendes, Meditatives, auf einem See mit dem Kanu unterwegs zu sein.
Heute ist mal wieder eine kleine Wanderung angesagt. Der Blueberry Lake ist ein traumhaft kleiner See, idyllisch eingebettet in die Green Mountains. Ganz in der Nähe verläuft ein Trail, leider nicht um den See. Dafür kann man nach der Wanderung direkt im See baden, wenn man möchte.
Der Trail ist zwar auch zum Wandern gedacht, wird jedoch häufig von Mountain Bikers benutzt.
Der Einstieg zum Trail. Das Velo unter dem Schild hätte mich stutzig machen müssen. (Foto Ru)Man hat immer eine gute Auswahl an verschiedenen Strecken (Foto Ru)
Canteen Creemee und Ben & Jerry
Mit Creemees sind in Vermont Soft Ice gemeint. Davon gibts eine ganze Menge. Ein bekanntes Lokal liegt ganz in der Nähe: Canteen Creemee und ist bekannt für seine Kreationen.
Diesmal kann ich mich aber mit dem Angebot nicht so richtig anfreunden und entscheide mich für ein einen Twister mit DBL Chocolate und Toasted Marshmellow. Unter Toasted Marshmellow-Soft Ice konnte ich mir nichts vorstellen. Schmeckte aber recht gut. Michaela versuchte dann noch ein Creemee mit Maple Soft Ice. Nicht so mein Geschmack. Canteen Creemee
Die „Speisekarte“ (Fotot Ru)Die Canteen ist gut besucht. (Foto Ru)
Dann gings aber weiter zu Ben & Jerry! Das ist Vermonts Ice Cream und Exportartikel. Ben & Jerry haben in Vermont schon fast Kultstatus.
Hier ein kurzes Video zur Geschichte von Ben & Jerry.
Die Ice Cream von Ben & Jerry wird in Waterbury hergestellt. Der Ansturm ist ein bisschen grösser als auf Canteen Creemee. Wir verzichten auf eine Factory Tour (habe ich letztes Jahr mit Erich gemacht und ist nicht so spektakulär). Auch auf eine Ice Cream verzichten wir. Ben & Jerry kann man in fast jedem Laden kaufen. Die Preise variieren von 3.99 bis 5.99. Bei uns kostet ein grosser Becher über 10 Franken. Seit wir in Vermont sind haben wir fast immer Ben & Jerry im Kühlschrank. Unsere Favoriten sind Cherry Garcia (zum Andenken an den Bandleader Jerry Garcia von Grateful Dead), Strawberry Cheesecake, Chocolate Fudge Brownie. Aber wir haben noch lange nicht alle Sorten ausprobiert. Es gibt noch Bob Marley’s One Love, Phish Food (zu Ehren der US-amerikanischen Rockband Phish), Karamel Sutra und viele andere. Zu den Sorten.
All diese Menschen stehen für eine Kugel Ben & Jerry Ice Cream an. (Foto Mi)Die Tanks für Milch und Zucker (Foto Mi)
Nicht alle Sorten waren erfolgreich. Auf dem Graveyard liegen einige davon begraben.
Der Eingang zum Friedhof (Foto Mi)Ein Beispiel (Foto Mi)
Hancock liegt im White River Valley. Der White River fliesst von Norden nach Süden durch Hancock, Rochester und dann bei der Stadt White River Junction in den Connecticut River.
Fährt man von Hancock nach Norden kommt man schon nach ca. 15 Minuten an eine fast unbemerkbare Wasserscheide. Dort befindet sich auch die Quelle des Mad Rivers, der von hier nach Norden durch Warren und dann in Middlesex in den Winooski River fliesst.
Das Tal nördlich von Hancock ist durch den Mad River geprägt. In dieser Jahreszeit ist der River überhaupt nicht „mad“. Schön brav und mit wenig Wasser schlängelt er sich durch die Wälder und über die grossen Steine. Aber offenbar kann er auch ganz anders. Häuser in Irasville haben Markierungen an der Häuserwand, wie hoch der Wasserpegel auch schon war.
Einige schöne Wanderwege führen dem Mad River entlang. Die Warren Falls liegen am Mad River. Und noch mehr Eindrücke gibt es auf der Webseite über das Mad River Valley.
Michaela’s neue Wanderschuhe haben wir beim Mad River eingeweiht (Foto Ru)Idyllischer Teich im Mad River Valley (Foto Mi)Stilleben am Bach (Foto Mi)
Bitte nehmem Sie Platz und geniessen Sie die Aussicht (Foto Ru)Diese Aussicht geniesst man vom Mount Philo (Foto Ru)
Burlington
Auf dem Weg nach Burlington machen wir einen kleinen Abstecher in den Mt. Philo State Park, um die Aussicht auf den Lake Champlain zu geniessen. Dieser See bildet die grenze zum Staat New York.
Burlington ist mit ca. 42’000 Einwohner die grösste Stadt in Vermont, aber nicht die Hauptstadt. Das ist Montpelier mit ca 8’000 Einwohner.
In Burlington sehenswert ist sicher der Church Street Market Place mit seinen vielen kleinen Läden und den zahlreichen Restaurants, wie zum Beispiel Leunigs Bistro, das bestens zum emfpehlen ist.
Leunigs Bistro
Den Lake Champlain besichtigen wir nicht vom Wasser aus, sondern mit Fahrrädern vom Ufer aus. Eine alte Eisenbahnstrecke entlang des Sees wurde in einen Fahrrad- und Gehweg umfunktioniert, den Burlington Greenway. Gemütlich geht’s dem See entlang.
Auf dem Burlington Greenway (Foto Ru)Beach House am Lake Champlain (Foto Mi)Am Strand des Lake Champlain (Foto Mi)
Es gibt die vielen kleinen Schönheiten in der Natur zu entdecken, welche uns entgingen, wütden wir durch USA reisen. So geniesse ich es, dass wir für einige Zeit an einem Ort wohnen. Das gibt mir die Gelegenheit, die Gegend und die kleinen Dinge kennenzulernen.
Warren Falls
Das Wasser hat seinen Weg in die Felsen gewaschen. (Foto Ru)Kleine Wasserfälle, tiefe Wasserlöscher. (Foto Ru)An warem Tagen baden hier ganze Familien. (Foto Mi)
Kleiner abgelegener See. Hier kann man baden, sich in die Sonne legen oder sich mit seinem mitgebrachten Kayak auf dem Wasser tummeln.
Warren Store
Im kleinen Dörfchen Warren gibt es einen bemerkenswerten Laden. Warren Store. Hier kann man nicht nur vom Käse über Wein bis Kleider einkaufen, sondern auch köstliche Sandwiches bestellen und dann auf der Terrasse essen.
Warren Store (Foto Ru)Picknick auf der Terrasse neben einem kleine Bach (Foto Ru)
Riverside Park
Hier können die Kinder noch wie zu unseren Zeiten spielen. Keine Handys, keine Gameboys, einfach nur Wasser, Felsen, Steine, Wasserlöcher, um sich wie Tarzan mit dem Seil rauszuspringen und fallen zu lassen, Bach stauen, auf die Bäume klettern und vieles mehr.
Die Natur ist eines der Highlights in Vermont. Überall, wo wir hinkommen gibt es zauberhafte, wunderbare Naturorte zu entdecken. So auch der Silver Lake nach einer etwa 45-minütigen Wanderung. Dieses Mal der andere Silver Lake. 😉
Start der Wanderung. Trailhead, wie man hier sagt.Unterwegs durch die endlosen und weitgehend unberührten Wälder. (Foto Ru)Der erste Blick auf den kleinen See. (Fotot Ru)Stimmungsbild. (Foto Ru)Rastplatz (Foto Mi)