Erich hat mich auf diese Band aufmerksam gemacht und wir sind ihm beide dankbar dafür. Im Chandler Center for Arts spielt die Gruppe aus Boston heute abend live. Ihre Musik ist kein Bluegrass, aber auch kein Folk. Americana vielleicht? Schwer zu sagen. Sie spielen eigene Lieder. Alle vier Jungs haben ausgezeichnete Stimmen, einen perfekte Harmoniegesang und eigenwillige Arrangements. Manchmal erinnert ihr Gesang an Simon & Garfunkel oder Crosby, Stills, Nash & Young. Die Texte sind kritisch, engagiert.
Bei ihrem Auftritt in Randolph wirken sie sehr sympathisch und humorvoll. Sie feiern mit diesem Auftritt ihr 10-jähriges Bestehen. Das Konzert war ein besonderes Erlebnis.
Wer mehr von ihrer Musik hören und sehen will, findet auf Youtube einige Videos. Reinhören lohnt sich.
Erich, we got you a t-shirt. Too bad you couldn’t be there.
Das Dartmouth College hat uns beide fasziniert, wohl so sehr, dass wir keine Bilder gemacht haben. Es gibt genügend davon auf dem Internet.
In diesem Gebäude begann das College im Jahre 1769.
Mittlerweile gehören schätzungsweise die Hälfte aller Gebäude in Hanover zum Dartmuth College. Siehe auch Dartmouth College Map
Der Spaziergang auf dem Campus und die Besichtigung der verschiedenen Gebäude erinnerte mich stark an meine Zeit im Union College. Die Klassenzimmer und die die Stühle mit ihren integrierten Schreibablagen haben sich nicht geändert. Es war eine coole Zeit und der Wunsch, wieder zu studieren, kam wieder hoch. Ich glaube ich würde wieder Mathematik studieren. Diesmal aber nur zu meinen Vergnügen. Wie geht das, werden sich einige fragen. Ich würde nur Vorlesungen besuchen, die ich auch einigermassen verstehen würde. Das Spiel mit gedanklichen Modellen und was daraus entstehen kann, fasziniert mich.
Das Leben auf einem solchen Campus ist anders als die Studienzeit in der Schweiz. Dartmouth College verlangt von seinen Studenten und Studentinnen, dass sie einige Semester sogar auf dem Canpus wohnen. Das ist nicht wie das Leben in einem Internat. Man taucht in eine andere Welt ein, ist umgeben von einer Welt des Studierens, eines eigenen Social Lifes und verschiedener Aktivitäten. Eine Mikrowelt der Makrowelt. Es ist schwierig zu beschreiben. Die Amerikaner sind ja ihrem College oder ihrer Universität viel mehr verbunden als wir Europäer. Das rührt zum Teil daher, dass sie eben ihr Studium in einer solchen Mikrowelt durchlaufen, die jedoch alles bietet, vom Sport bis zur Kultur, vom Alleinsein bis zu verschiedenen Netzwerken.
Mich hat der Besuch erinnert und inspiriert. Wer weiss, vielleicht besuche ich wieder mal eine Vorlesung irgendwo vor Ort oder über das Internet.
Auto zurückbringen, neues Auto in Empfang nehmen und wieder zurückfahren, zumindest bis Hanover. Das ist kein Schreibfehler, hat tatsächlich nur ein N. Morgen wollen wir das bekannte Dartmouth College in Hanover besichtigen.
Auf unserer zweiten Reise nach Boston, um das gemietete Auto zurückzubringen und ein neues abzuholen, besuchten wir diverse kleinere Dörfer im Süden von Vermont. Ich finde das Autofahren in den USA viel entspannter als in der Schweiz. Liegt es an den Autos, an den Strassen, an der Geschwindigkeit oder Langsamigkeit oder bilde ich mir das nur ein?
Weston
Weston
„Weston, a jewel to be found…..Where families come to enjoy the day to experience the best of what Vermont has to offer“ Zitat Webseite
Erster Stopp ist Weston und der Vermont Country Store.Eingang von der StrasseEs gibt noch einen zweiten Country Store in Rockingham. Den besuchen dann wir morgen 😉Zum Country Store gibt es auch eine Snack BarIn Weston gibt es noch einen zweiten Laden, den Weston Village StoreHerrlich, diese DekorationHier kriegen wir das erste Mal Fudge und können probieren – soooo süssAuch das gibt es in Weston – all year roundWer kauft da wohl im Sommer ein? Vielleicht der Samichlaus – ah nein, der darf ja gar nicht rein.
Chester Depot
In Chester Depot kam einmal die Eisenbahn vorbei. Der Bahnhof steht noch ist noch gut erhalten.Klein aber feinSogar die Ampel steht noch. Ob da wohl doch noch ab und zu ein Zug vorbeikommt?
Gleich gegenüber ist dieser Grocery Store.Da treffen wir einen alten Mann mit einem noch älteren MG an. Auf meine Frage, ob das Auto noch fährt, meint er trocken: Nein, er stosse es nur herum. War aber auch eine blöde Frage. Der Mann im blauen T-Shirt bin übrigens nicht ich. So viel habe ich noch nicht zugenommen.Der Wagen läuft tatsächlich nochTolles Bild an der Fassade des Grocery Stores
Chester Village bietet eine paar typische Häuser und kleine schmucke Läden
Alle haben am Sonntag geöffnetAuch ein Hotel gibts
… und einen Friedhof. Speziell für Erich aufgenommen.Mit einem Grab für die alle, die keinen Grabstein vermögenLiebevolle DekorationWir haben keinen gekauftNoch ein schönes Haus. So eine Frontporch möchte ich auch mal.
Grafton
Grafton ist eher ein Museumsstädtchen, nur wenige Läden und wirklich nichts los. „It’s everything you think Vermont should be.“ Really?
Hier ein paar Eindrücke. Einige Bilder stammen aus dem Internet.
Vermont Country Store
Und hier der zweite Vermont Country Store In Rockingham. Ich war mit Erich schon hier und ich fand es dazumal schon unglaublich, was hier alles zu finden ist. „A store like no other“ ist ihr Werbespruch und das stimmt tatsächlich. Natürlich gibt’s hier auch Souvenirs zu kaufen, aber hauptsächlich und vorwiegend Artikel für die Küche, den persönlichen Gebrauch, zum Essen und vieles mehr. Und alles Dinge, welche man sonst fast nirgends findet. Einfach toll. Wer den Country Store nicht in Vermont besuchen kann, sollte mal einen Blick auf deren Webseite werfen. Vermont Country Store
Hildene war der Sommer- und Alterssitz von Robert T. und Mary Lincoln. Robert war der älteste Sohn von Abraham Lincoln und der einzige von vier Söhnen, der das Erwachsenenalter erreichte. Robert T. Lincoln war auch bis zu seinem Ruhestand Präsident der Pullman Palace Car Company, welche die schönen alten Eisenbahnwagons herstellte.
1975 starb die letzte Nachkommin der Lincolns. Das Anwesen wird seither von einer Non-Profit-Organisation erhalten, um das Erbe der Lincolns zu bewahren. Man merkt auch, dass das Geld fehlt. Es sind nicht alle Räume zugänglich, es ist nicht alles so gepflegt wie zum Beispiel im Anwesen der Marsh-Billings-Rockefeller. War trotzdem schön und interessant, diesen Teil der amerikanischen Geschichte zu sehen.
Weiteres zur Geschichte und einen Stammbaum der Lincolns findet man hier.
HildeneGarten von Hildene
Am Abend gingen wir dann ins Ye Olde Tavern essen. Dieses Restaurant kannte ich bereits von meiner Reise mit Erich im Sommer 2018. Auch dieses Lokal hat eine lange Geschichte und das Essen schmeckt wunderbar.
Shelburne ist eine kleine Stadt Richtung Burlington. Was Shelburne besonders macht, sind zwei Attracktionen, das Shelburne Museum und die Shelburne Farm. Wir haben gedacht, das machen wir locker an einem Tag. Nachdem wir aber das Museum besucht haben, waren wir so voller Eindrücke, dass wir den Besuch der Farm aufschieben mussten.
Das Shelburne Museum ist eine Art Freilicht-Museum, ähnlich Ballenberg. Eine Sammlung von Sammlungen, gesammelt und finanziert von einer Mrs. Electra Havemeyer Webb. Ihre Eltern lebten in New York und waren reich und einflussreich. Ihre Sammlungen wollte sie jedoch nicht in einem Museumsgebäude ausstellen, sondern in authentischen Häusern aus der Geschichte New Englands. Zu diesem Zweck wurden nicht nur alte Häuser nach Shelburne transportiert und dort wieder aufgebaut, auch ein Schiff und Eisenbahnwagon aus früheren Zeiten wird ausgestellt. Es ist unglaublich spannend, diese Zeitreise zu machen und sich von den vielen kleinen und grossen Utensilien in den alten Gebäuden verzaubern zu lassen. Seht selbst.
Eine Ausstellung alter Kutschen und Schlitten in einer typischen Round Barn:
Eine alte Bahnstation und ein Eisenbahnwagon aus dem Jahre 1890
Danny hat uns auf eine weitere Serie von musikalischen Anlässen aufmerksam gemacht: Feast and Field
In der Nähe von Barnard haben sich ein paar kleinere Farmen zusammengetan und bewirtschaften ihre Felder gemeinsam.
Ihr Leitsatz ist: „We are friends, neighbors, farmers, artists & educators with a mission to grow food for our community & to connect people to the land & to one another.“
Jeden Donnerstag findet auf dem Gelände der Farmen ein Konzert statt. Das Line Up findet ihr auf der Webseite. Für Essen und Trinken ist auch gesorgt. Es ist ein wunderbarer Platz, angrenzend an den Wald mit Blick über die Felder.
Heute Abend spielt die Band Fretless, angekündigt als Chamber Grass. Mit einer klassischen Instrumentierung mit Cello, Viola und Violinen spielen sie Irish and Scotish Tunes und Anverwandtes mit eigenen speziellen Arrangements. Gemäss ihrer Webseite haben sie auch schon einige Auszeichnungen eingeheimst: The Fretless
Die Musik ist wirklich speziell und die Musiker erstklassig. Der Abend wird aber so kalt, dass wir uns in der Pause auf den Heimweg machen. Mit diesem Kältesturz haben wir nicht gerechnet. Die Vermonter sind sich das offenbar eher gewohnt.
Die Plätze sind noch leer. Gemäss Danny zieht der Anlass jedesmal so zwischen 400 und 500 Leute an.Blick in die FerneFretless beim SoundcheckFood tentDer Platz begint sich langsam zu füllenFretlessWir beginnen die Kälte zu spürenAnderen geht es auch so, einige scharen sich ums Feuer
Der Anlass erinnert mich ein bisschen an das Bluegrass Family Festival in Stetten.
Auf Wanderungen lerne ich so einiges über die Geschichte Amerikas kennen oder es wird mir wieder präsent.
Die heutige Wanderung unternehme ich mit drei Kumpels, zwei Freunde von Dick und sie führt uns auf den Mount Abraham. Bezeichnenderweise startet die Wanderung beim Lincol Gap, die Passhöhe zwischen Warren und Bristol. Abraham Lincoln ist für die Amerikaner im Norden natürlich eine historische und heroische Figur. Unter ihm hat die Union, die vereinigten Staaten im Norden, 1865 den Bürgerkrieg gegen die abtrünnigen Südstaaten gewonnen. Diese wollten nämlich die Sklaverei offiziell beibehalten.
Zurück zu Wanderung.
Start und Ausgangspunkt ist Lincol Gap. 2.6 Meilen scheint nicht weit und eine Höhendifferenz von gut 1’600 Feet auch nicht.Aber der Weg hats in sich. Es geht steil und felsig bergauf.Dick beim VerschnaufenVic macht eine PauseUnd weiter gehts. Danny ist unser BergführerEine kleine Vorschau auf die Aussicht. In dieser Höhe treffen wir nur noch Nadelbäume an: Spruce trees and Balsam fir trees. Die Balsams haben einen würzigen und intensiven Duft.Der Aufstieg ist geschafft. Danny hat die Spitze bereits erreicht.Die Rangers achten sorgfältig auf die Pflanzenwelt. Man darf die Felsen in einem kleinen markierten Gebiet nicht verlassen.Gipfelfoto – we have been there! Von links: Danny – ich – Vic – DickDie Weite fasziniert mich immer wieder
Aussicht ins TalAuf dem Grat könnte man nun stundenlang weiterwandern. Nur, irgendwie muss man wieder zurück und Postautos gibt es keine.WaldimpressionAuf dem Rückweg
Übrigens: Für Wanderungen benutze ich hier die Webseite alltrails.com. Sie listet weltweit tausende von Wanderungen auf mit Karte, Höhenprofil, Fotos usw. Würde und werde ich auch in anderen Ländern verwenden.
Die Wandertafeln sehen anders aus als in der SchweizDas Gebiet ist ziemlich steinigAber der Weg ist gut markiertSumpfstellen sind mit Brettern ausgelegtUnd immer wieder magische, zauberhafte Waldszenarien. Die Stimmung ist schwierig mit der Kamera einzufangen.Die Aussicht hält sich diesmal in Grenzen. Die Gegend ist ebenfalls ein Skigebiet. Man kann die Waldschneisen sehen, welche für die Skipisten freigeschlagen wurden. Auf der einen Seite ist das natürlich eine Verschandelung der Waldlandschaft, auf der anderen Seite gibt es den Skifahrer genau vor, wo sie fahren dürfen und können. Neben der Piste fahren wie bei uns in den Schweizerbergen, gibt es hier nicht. So bleibt der Rest des Waldes intakt und unberührt.Vorboten des Herbstes