Das Wetter in Vermont ist sehr unbeständig. Die Wettervorhersage stimmen kaum mehr als für einen halben Tag. So müssen wir jeweils spontan entscheiden, was wir machen. Heute ist wieder so ein wolkenverhangener Tag. Wir wollen trotzdem die Landschaft erkunden und machen eine kleinere Tour in unsere Umgebung.
Diese Farm ist nur über eine „dirtroad“, einen Feldweg erreichbar
Die Friedhöfe in Amerika haben einen bestimmten Reiz. Das muss ich zugeben und kann ich nachvollziehen. Gerade in Rochster gibt es viele Gräber aus dem 19. Jahrhundert. Die Gräber werden offenbar nicht ausgehoben wie bei uns. Wie lebte wohl jemand, der hier 1848 gestorben ist und nur 27-jährig wurde? Ist er an Tuberkulose gestorben, wurde er in einem Duell erschossen? Auch viele Kindergräber gibt es. Hier ein paar Bilder von verschiedenen Friedhöfen.
Rochester
Woodstock
Chester
Irgendwo im Northeast Kingdom
Familienfriedhof auf dem Lande
Hope Cemetry, Barre
Barre ist ein bekanntes Abbaugebiet für Granit. Die Grabsteine auf dem Hope Cemetry sind eine wahre Ausstellung von Granit-Skulpturen.
Das Wetter ist nicht so grossartig, so besuchen wir zum zweiten Mal den Silver Lake beim Branbury State Park.
Auch bei schlechtem Wetter ein friedlicher PlatzAuch in dieser Gegend sind Bären aktiv. Beim Campieren gelten ein paar Vorsichtsmassnahmen. Wer schafft es wohl seine Utensislien so aufzuhängen?Die Esswaren können auch in einer Metallbox eingeschlossen werdenErinnert mich an die Übernachtungen mit Christoph im Yosemite Natiomnal Park
Heute ist Ruhetag mit einem kleinem Spaziergang zu den Silent Cliffs.
Der Long Trail ist ein Wanderweg, der vom Süden Vermonts bei der Grenze zu Massachusetts bis an die nördliche Grenze zu Kanada reicht. Er ist 272 Meilen lang und überquert die höchsten Berge der Green Mountains. Für die Silent Cliffs wandern wir ein kurzes Stück auf dem Long Trail.Natürlich führt der Weg durch einen Wald 😉Eine Aussicht über die Green Mountains ist auch inbegriffen
Als das „Northeast Kingdom“, kurz NEK, wird der Nordosten Vermonts bezeichnet. Der Gouvernor George Aiken hat diesen Namen 1949 geprägt. Diese Region wurde verkehrstechnisch eher vernachlässigt und es lebt dort offenbar ein spezielles Völklein. Die Leute hier oben sind ärmer als im Rest von Vermont, aber deswegen nicht unglücklicher. Hier nachzulesen.
Auf dem Weg in den Nordosten – es regnete die ganze Zeit – machten wir einen Stopp in St. Johnsbury und besuchten eine Gemäldeausstellung der Bibliothek und das Fairbanks Museum. Hier sahen wir zum ersten Mal einen Bären und einen Elch aus nächster Nähe, ausgestopft!
Übernachtet haben wir in einem wirklichen einfachen und heimeligen Motel, dem Pinecrest Motel. Es war wirklich alles sehr einfach, aber sauber. Den Fernseher konnte man einschalten, aber nicht mehr ausschalten. Wir mussten den Stecker ziehen. Die Dusche hat Flicke weg, aber es kam heisses Wasser. Die Betten waren einfach, aber wir haben gut geschlafen. Mir hat es gefallen.
Der Name unseres Zimmers war „Beaver Palace!„Wie in einer gemütlichen Alphütte
Der Lake Willoughby ist der bekannteste See im NEK. Klares Wasser, eingebettet in die Green Mountains, eine Oase der Ruhe.
Am Südende des Lake Willoughby liegen nur ganz wenige BooteDas Wasser ist fast spiegelglattIm einfachen Motel gibt es wohl keinen Strom
Die flankierenden Berge sind natürlich eine Einladung zum Wandern. Man muss sich nur entscheiden, ob man auf den linken oder rechten Berg möchte. Wir entscheiden uns für den Mt. Pisgah.
Nach der Wanderung haben wir einen wunderbaren Platz für einen Kaffee und einen Apple Cobbler entdeckt. Lecker, köstlich.
Das Willoughvale Inn am Nordende des Lake Willoughby ist ein schöner Platz, nicht nur zum Kaffee trinken. Auch als Übernachtungsmöglichkeit macht es einen sehr reizvillen Eindruck. Wenn ihr jemals ins NEK von Vermont reist, müsst ihr euch diese Adresse merken.
Eindrücke aus der Fahrt zurück in unser bescheidenes Nachtquartier.
Red barnFarbenprächtiger Ahornbaum mit den obligaten Telefon- und Stromeitungen 😉Offenbar gibt es hier auch diese Transportmöglichkeiten
Die Bäume beginnen sich zu verfärben.
Tolle FarbenSo ein Häuschen am See würde mir auch noch gefallen
In East Burke treffen wir das Fall Festival an mit Musik, Essen und vielen Ständen mit Hand- und Kunstwerk.
In Vermont bekannt sind die Creemees, bei uns bekannt als Soft Ice. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Ruby Lee macht die besten CreemeesAuf dem Bänkchen vor dem Haus genossen wir die KöstlichkeitWir haben zuerst gar nicht daruf geachtet, was auf dem Bänkchen stand. Es hat uns niemand verloren, also hat uns auch niemand abgeholt.
Gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes in Vermont besuchten wir den Lake Pleiad, da er bei uns ganz in der Nähe liegt. Erstens ist es ein friedlicher Platz und zweitens wollten wir schauen, wie weit die Wälder schon die Herbstfarben angenommen haben.
Denken oder meditieren oder einfach nur staunen?So ein schöner OrtIdeal für ein kleines Picknik
Blueberry Lake
Auch der Blueberry Lake ist nicht allzu weit von uns entfernt.
Ein Kleinod …… zum Entspannen… und Geniessen… auch wenn es schon recht kalt ist… aber die Sonne wärmt ein bisschen
Rosies
Abendessen bei Rosie’s, ein typisches Restaurant auf dem Land. Sehr beliebt bei den Einheimischen.
Erinnert mich an Rosi und Kent, unsere Bluegrass-FreundeDas Rosie’s gibt es schon über 30 JahreHeute war Spaghetti-Tag. Wir haben dann aber doch was anderes gegessen.
Unsere Gastgeber Dick & Dorothy sind die treibenden Kräfte der White River Valley Players, einer lokalen Theather- und Musicaltruppe. Die beiden haben auch schon eigene Theatherstücke und Musicals geschrieben.
Dorothy und Dick Robson (Foto Internet)
Am 12. Oktober wird das 40-jährige Bestehen mit diversen Auszügen aus den vergangenen Aufführungen, Lieder aus verschiedenen Musicals und einem grossen Buffet und Tanz gefeiert. Die Gala findet statt in der Pierce Hall on Main Street in Rochester.
Ein grosser Anlass in diesem kleinen Städtchen
Für den kleinen Chor hat mich Dorothy angefragt um Mitzusingen. Auch wenn es nicht ganz meine Musikrichtung ist, habe ich sehr gerne zugesagt. Heute Abend ist bereits die zweite Probe, im Altersheim von Rochester.
Robert Frist ist ein in Vermont bekannter Dichter. Eigentlich stammt er aus California, zog aber nach dem Tod seines Vaters als 11-jähriger Bursche zu seinem Grossvater nach Neu-England. In seinen späteren Jahren verbrachte er viel Zeit in Ripton, einem Nachbardorf von Hancock. Ganz in unserer Nähe wurde ihm deshalb auch ein sogenannter Interpretive Trail gewidmet, ein ca. 2 km langer Wanderweg mit diversen Stationen, an den einige seiner Gedichte ausgestellt sind.
Die Karte zeigt den WegDer Trail liegt in einer wunderbaren LandschaftEinige Gedichte wurden auf Holztafeln festgehalten, die aber schon ziemlich abgenutzt sindEine einsame Wanderin auf den Wegen von Robert Frost
Hier eines seiner bekanntesten GedichteRobert Frost hat die Natur in Vermont geliebt
Allgemein hat man von den Amerikanern das Bild, dass sie jeden Platz, jede Sehenswürdigkeit mit dem Auto erreichen können müssen. Tatsächlich gibt es in Vermont auch ein paar solche besondere Orte, aber deutlich weniger. Vor einigen Jahren wollten einige Vermonter eine Autobahn, a scenic highway, quer durch die Green Mountains bauen. Es wäre ein Bauwerk geworden, dass die Landschaft und Berge ziemlich verändert hätte. Zum Glück haben die Vermonter bei einer Abstimmung dieses Vorhaben abgelehnt. So sind die grünen Berge vom Massentoursimus verschont geblieben.
Auf den Mt. Mansfield, den höchsten Berg in Vermont, führt hingegen eine Strasse. Das Gute daran ist, dass sie nicht asphaltiert ist und erst noch gebührenpflichtig ist. Ich finde, das sollte man in der Schweiz auch mehr einführen. Nicht jeder Aussichtspunkt muss mit dem Auto erreichbar sein und wenn, dann soll es kosten.
Touristen, die wir nun mal sind, haben wir beschlossen, die Strasse auf den Mt. Mansfield zu fahren. Die Fahrt ist recht abenteuerlich. Auf youtube kann man eine solche Fahrt im Zeitraffer mitverfolgen. Nicht unsere. Fahrt auf Mt. Mansfield
Oben angekommen hat man wirklich eine spektakuläre Sicht nicht nur auf die Green Mountains, sondern auch auf die White Mountains, die Adirondacks und das Champlain Valley.
Startpunkt der Toll Road (Foto Internet)Parkplatz auf dem BergBlick in das Tal zum Stowe Mountain Resort und die White Mountains im HintergrundDie Green Mountains im NordenDer höchste Punkt des Mt. Mansfield ist nur zu Fuss zu erreichen. Vom Parkplatz aus eine Wanderung von ca. 45 Minuten über viel Fels und Gestein. Den höchsten Punkt haben wir nicht erklommen, aber den zweithöchsten. 😉Der Wald beginnt sich zu verfärben
Die Talfahrt ist nicht ganz ohne, da bei den Automaten die Bremsen schnell überhitzen. Beim Eintritt machen sie einem darauf aufmerksam. Die Bremsen bei unserem Auto haben bei der Ankunft im Tal dementsprechend gestunken.
Kleine Wanderung im Tal
Der Mt. Mansfield liegt im Gebiet des Smugglers Notch, einem Skiort im Winter und ein Wandergebiet in den restlichen Jahreszeiten. Wir unternehmen noch eine kleine Wanderung im Tal.
Einige Bäume leuchten schon rotAndere Bäumen bleiben auch bei näherem Betrachten grünFaszinierende EindrückeWäre eigentlich eine ideale Landschaft für einen Elch
Aha, da ist einer. Leider nur auf der Infotafel. Wir haben bis jetzt noch keinen lebenden Elch gesehen.
Erich hat mich auf diese Band aufmerksam gemacht und wir sind ihm beide dankbar dafür. Im Chandler Center for Arts spielt die Gruppe aus Boston heute abend live. Ihre Musik ist kein Bluegrass, aber auch kein Folk. Americana vielleicht? Schwer zu sagen. Sie spielen eigene Lieder. Alle vier Jungs haben ausgezeichnete Stimmen, einen perfekte Harmoniegesang und eigenwillige Arrangements. Manchmal erinnert ihr Gesang an Simon & Garfunkel oder Crosby, Stills, Nash & Young. Die Texte sind kritisch, engagiert.
Bei ihrem Auftritt in Randolph wirken sie sehr sympathisch und humorvoll. Sie feiern mit diesem Auftritt ihr 10-jähriges Bestehen. Das Konzert war ein besonderes Erlebnis.
Wer mehr von ihrer Musik hören und sehen will, findet auf Youtube einige Videos. Reinhören lohnt sich.
Erich, we got you a t-shirt. Too bad you couldn’t be there.